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Sonntag, 7. August 2011

Schwarzwald-Mittelweg: Vom Kaltenbronn nach Schönmünzach

Samstag, 06.08.2011


Weil ab mittags Gewitter angesagt sind, schmeißen wir alle Busplanung über den Haufen, fahren mit dem Auto bis zum Schwarzmiß-Parkplatz und wandern in frischer Morgenluft zum Kaiser-Wilhelm-Turm, zur Prinzenhütte und immer weiter der Nase nach, um auf den Schwarzwald-Mittelweg einzubiegen. Der heißt hier auch "Alte Weinstraße", das gefällt meinen Chefs!


Mittelweg? Wo bist du? Wir haben die Abzweigung verpasst... Zum Glück finden wir auf der Karte einen Querweg, der allerdings eher einer Schneise und dann einem Wildpfad ähnelt. Her mit dem Zeckenspray!



Das brauchen wir übrigens auch hinterher, denn der Mittelweg geht mitten durch Farn, hohe Blaubeersträucher und, mhm (!), so viele tolle Spuren.

Ich hinterlasse auch eine - seht ihr sie?

Außerdem betätige ich mich wieder als Forst- und Aufräumhund. Aber lebensgefährlich war das keineswegs! Wer hat sich das denn ausgedacht? Zum Glück stand das Schild erst am Ausgang, sonst hätten meine Chefs diesen schönsten Abschnitt des Mittelwegs bestimmt nicht betreten.
Weiß auch nicht, was die Menschen so haben. Hat wohl etwas mit der Toter-Mann-Hütte zu tun, an der wir herauskommen und Pause machen. Ich steh' jetzt sogar im Hüttenbuch!
Allmählich wird klar, dass die S-Bahn- und Busplanung für den Rückweg nicht einzuhalten ist. Auch egal. Wir sind hier oben im Murgschifferschaftswald, sagen meine Chefs.

Ich für meinen Teil bin in einem netten Wald mit Bäumen, Wild (he, da war eine Spur!), Stöcken, Pilzen und ausreichend Trinkwasser.

Meine Chefs wählen jetzt Fahrwege zum Laufen, die zwei Nachteile haben:
Nicht so nett für Pfotentraber, und wir begegnen öfter mal Mountain-Bikern, die natürlich nicht wissen, dass ich keine Radfahrer jage. Dann muss ich immer sitzen bleiben! Für erstklassiges Sitzenbleiben bekommen Hunde immerhin eine Eins und ein Leckerli, statt einer Sechs. DAS ist der Unterschied zwischen Hund und Kind. Schickt eure Kinder doch mal in die Hundeschule, damit sie das einzig wahre Sitzenbleiben lernen!

Auf dem Weg zum Verlobungsfelsen kommen wir an einen Hügel, und obwohl meine Chefin hektisch die Leine einholt und "Stop!", schreit, springe ich schwungvoll hinauf.

Autsch! Ich schüttele mich und hüpfe fiepend davon.


Was haben große, rote Waldameisen im Wald zu suchen? Fieses Getier!

Auf Serpentinen geht es nach Schönmünzach hinunter, wo wir nach kurzer Stärkung in die S-Bahn steigen. In Gernsbach heißt es dann WARTEN, bis endlich der letzte Bus zum Kaltenbronn hochfährt. Aber ich bin so hundemüde, dass mir die Warterei im Eiscafé gar nichts mehr ausmacht.

Montag, 1. August 2011

Abstecher: Rundherum am Kaltenbronn

Sonntag, 26.7.2011. Bevor der Weg nach Süden weitergeht, drehen meine Chefs mit mir eine Runde auf dem Kaltenbronn.

Wir brechen frühmorgens in Karlsruhe auf, bei rund 16°C. Hier oben auf 900 Meter Höhe sehen wir in kühler Feuchte unsere Atemwolken (Ende Juli!). Der Kaltenbronn trägt seinen Namen zu Recht; es ist wirklich kalt und frisch. Also schlage ich ein munteres Tempo an und marschiere frohgemut los.

Ziemlich bald erreichen wir einen langen Bohlenweg durch das Hochmoor - sehr interessant und sooo viel zu schnuppern!

Meine Menschen dürfen absolut nicht vom Weg, aber ICH bin ja wohl ein Tier, genau wie die Füchse und Auerhühner und was hier sonst noch kreucht und fleucht. Wer das so alles ist, würde ich zu gern herausfinden, darf aber nicht einmal am See die Enten jagen.

Meine Chefs benehmen sich heute sowieso komisch.

Anstatt mich mal als Jagdhund einzusetzen, schaukeln sie auf einer Jägerschaukel herum und jagen komische Disteln, die kein Hund braucht, höchstens zum Schubbern.
Und dann soll ich auch noch zwischen Fingerhüten posieren. Ja, bin ich denn etwa ein Gärtnerhund? Wenn hier tatsächlich der Nationalpark Nordschwarzwald entsteht, bewerbe ich mich als Rangerhund. Aber nur als Sommerjob, denn wenn schon der Juli hier so frisch ist, würde ich mich im Winter glatt zu Tode frieren.
Als wir den Parkplatz wieder erreichen, ist der rappelvoll, so dass wir uns eilig verkrümeln. Ich habe trotzdem genau gehört, dass wir demnächst von hier aus weiterziehen. Ich höre nämlich alles, was wichtig ist, und keiner geht ohne mich irgendwo hin (höchstens ich ohne die anderen)!

Samstag, 25. Juni 2011

Über die Teufelsmühle nach Kaltenbronn

Donnerstag, 23.06.2011. Hurra, endlich geht es weiter. Meine Pfoten waren schon ganz zappelig!

Mit der S-Bahn düsen wir nach Bad Herrenalb und sind im Nu auf dem Quellenerlebnispfad.

Gestern war Gewitter, und heute ist der Pfad natürlich ziemlich nass, aber zum Glück trotzdem nicht besonders matschig.

Ab hier ist unsere Wanderung nicht mehr kinderwagentauglich, aber umso abwechslungsreicher. An Bachläufen und Quellen vorbei und über kleine Brücken geht es stetig bergauf.

Ein Weilchen laufen wir auch auf ebenem Weg mit tollem Blick auf das Tal und den Wurstberg (äußerst irreführend, denn das da ist definitiv kein Berg Wurst!), aber da haben wir nur die Abzweigung verpasst. Der richtige Weg führt stracks weiter hoch.

Ich bin so fröhlich und finde so viel zum Schnüffeln, dass ich mich mit der langen Schleppleine dauernd irgendwo verknote. Kann ich ja nicht wissen, dass man mit so was geschickterweise nicht durch die Bäume schlüpft, genau da, wo es nun mal am besten riecht.

Ich find' ja, meine Chefs könnten ruhig einsehen, dass es ohne Leine lustiger ist. Grummel, ich würde gern die Auerhühner jagen, die es hier angeblich gibt. Schließlich bin ich ein Jagdhund!

Dauernd muss ich warten, weil meine Menschen auf ihren zwei Pfoten vor sich hin keuchen und nicht recht vorankommen. Die könnten doch mal ihre dicken Wanderschuhe ausziehen. Aber auf mich hört ja keiner!

Seht ihr mich? Ich bin hier hinten...
Zur Strafe müssen sie ab jetzt regelmäßig die Schleppleine von Steinen und Wurzeln lösen - bis zu den Teufelslöchern halten die das durch.

Bei einer Lichtung mit besonders knorrigen Baumstümpfen, wo der Wind schauerlich in den Bäumen singt, belle ich sicherheitshalber kräftig los.

Ob Wildschwein, Luchs oder Teufel, ich habe jedenfalls siegreich alles hier verbellt, gehe aber erst weiter, nachdem meine Chefs um die Ecke biegen, die Lage sichern und voranmarschieren.

Hah, was täten die nur ohne mich!


Zwischendurch kommt auch mal der eine oder andere Rastplatz, wo ich mich sofort ausstrecke. Toller Ausblick hier, und viel ruhiger als nachher an der Teufelsmühle! So lasse ich mir mein Hundeleben gefallen.

Apropos Teufelslöcher: Nicht dass ihr denkt, da könnte man gemütlich buddeln - Quatsch: Da fließen ganz einfach jede Menge Bäche aus ein paar großen Höhlen. Da ich nicht in die Höhlen darf, obwohl da bestimmt viele leckere Abfälle liegen, finde ich das eher langweilig.

Von hier aus steigt man noch einmal eine knappe Stunde zur Teufelsmühle hoch, die liegt 908 Meter hoch (Bad Herrenalb waren nur 365 m). Da gibt es eine Gaststätte, Parkplätze, einen Aussichtsturm und alles, was Menschen so mögen. Für mich gibt es eine Spielgefährtin, die sich mit Hunden auskennt und uns zeigt, wo der Weg weitergeht. Besten Dank nochmal!


Nach Kaltenbronn führt nun ein ein echter Pfoten-Traber-Weg immer auf der Höhe lang. Hier laufen wir ein Stückchen auf dem Westweg (E1) entlang, und meine Chefs geraten in beste, entspannte Schwarzwald-Urlaubslaune.

Juhu, Westweg, ich komme!

Am Langmartskopf wird es ziemlich moorig. Das gefällt mir, und ich schlabbere aus jedem Tümpel. Das beste Wasser der ganzen Welt!

Allmählich bin ich nämlich durchaus etwas müde, auch wenn ich das natürlich nie zugeben würde! Gut, dass hier oben heute nicht die Sonne brennt, dann wäre es ohne Schatten ziemlich heiß hier.

Überhaupt, der Schwarzwald liegt eher unter uns. Hier oben sieht man vor allem Schwarzwasser. Lecker!
Am Teufelsgrab ist überhaupt gar kein Grab, sondern eine Hütte, eine Wiese, eine Karte, viele Wege und viele Leute. Wo kommen die denn auf einmal alle her?

Als wir in Kaltenbronn ankommen, wissen wir's. Hier ist alles zugeparkt, und ganze Wanderhorden sind unterwegs. Wir wollen mal wiederkommen und mehr vom Moor erkunden, denn das letzte Stück Weg war wirklich Labsal für die Füße, weicher, federnder Waldboden. Aber das geht wohl am besten an einem normalen Wochentag.

Meine Chefs waren schlau: Die haben vorher den Busfahrplan gecheckt und darum am Teufelsgrab auch nur ganz kurz gerastet. So bringt uns schon nach kurzer Wartezeit ein Bus nach Gernsbach, und von dort aus fährt auch gleich die S41 zurück nach Karlsruhe. Ich belle keine fremden Fahrgäste mehr an, lasse mich natürlich von netten Kindern streicheln ("Ist der Hund gut erzogen?" - "Nein, der ist ein Beagle. Aber die sind auch so ganz lieb."), und bin hochzufrieden mit diesem Tag.

Und hier ist unser heutiger Weg zum Nachlaufen: Etappe 4.