Dienstag, 14. Oktober 2014

Videotipp: Beagle als Special Force für Fundsachen in Amsterdam

Auf der Liste der ganz besonderen Jobs für Beagles kannten wir diesen hier bisher noch nicht.

Das YouTube-Video zeigt einen sehr findigen Artgenossen, der alles einsetzt, wofür ein Beagle prädestiniert sind: Spürnase einsetzen, begeistert und zielstrebig sein Ziel verfolgen und dabei so harmlos daherkommen, dass sich niemand erschreckt.

Ein Schäferhund kann das sicher auch, würde aber bestimmt nicht so begeistert begrüßt werden.

Sonntag, 12. Oktober 2014

Herbstspaziergang am Feldbergsee

Oktober 2014. Diesen Tag mussten wir im Freien genießen und fuhren zum Feldberg, dem höchsten Berg im Schwarzwald mit 1493 Metern. An schönen Tagen sollte man frühzeitig anreisen, um noch einen Parkplatz zu finden und nicht im Menschenmeer zu stranden. Wenn das gelingt, lohnt sich insbesondere der Abstecher zum Feldbergsee!

Es herrscht klassisches Wanderwetter - goldener Oktober. Auf über 1000 Meter Höhe ist der Morgen frisch. Warm wird es trotz der schönen Sonne erst gegen Mittag.
Wir erfreuen uns an riesigen Pilzkolonien (man muss ja nicht alles essen...) und skurrilen Baumwurzeln.
Der Feldbergsee (auch Feldsee genannt) gleich unterhalb des Feldbergs ist als Karsee eines der Steinzeitrelikte im Schwarzwald und bei diesem Wetter einfach wunderschön:
Wer von der Straße hergewandert ist, bleibt hier garantiert zum Foto stehen, denn die Felswände sind einfach grandios. Der See liegt geschützt im Tal und wird von zahlreichen kleinen Bächen genährt.

Der Abfluss fließt zum Titisee, heißt dann Gutach und fließt weiter in die Wutach und dann in den Rhein. Hey, da waren wir ja überall schon mal, zum Beispiel auf unserer Schluchtensteig-Etappe!
Wo ist das Wasser und wo das Land? 
Am Westufer wird es sumpfig, denn hier kommt der größte Zulauf herabgeströmt, doch daneben lockt ein Picknickplatz zur Rast.
Das Nordufer liegt voller dicker Felsen, die Kinder zum Klettern einladen. Dort kommen uns auch zahlreiche Wanderer entgegen. Für größere Kinder ist die Strecke voller Spielmöglichkeiten. Kinderwagengeeignet ist sie aber nicht auf allen Abschnitten.
Wir haben ein Schild gesehen, nur wenige Minuten zum Raimartihof. Da wir früh aufgestanden sind, gönnen wir uns ein frühes Mittagessen. Gute Idee, denn bald darauf wird es dort ebenfalls voll.
Der 300 Jahre alte Raimartihof ist ein typisches Schwarzwaldhaus und aufgrund der Lage gleichermaßen beliebt bei Ausflüglern, Wanderern (Westweg!) und Reitern. Mit Hund kann man hier auch günstig übernachten. Das haben wir diesmal nicht ausprobiert, uns aber gut gemerkt. Labradore können im Bach planschen, aber nicht im See (da ist wegen Naturschutz absolut alles verboten).
 So schön präsentiert sich der Hof von der Talseite her.
Für Pferde stehen geräumige Anbindeflächen bereit. Das läuft alles ganz geordnet. Anscheinend kommen die sehr regelmäßig vorbei. 
Wir steigen frisch gestärkt zur Talstation der Feldbergbahn hinauf. Dieser Weg ist definitiv nicht mehr kinderwagentauglich. Wollen wir nicht lieber querfeldein?

Oben erleben wir unser blaues Wunder: Autos über Autos, mehrere Restaurants und jede Menge Leute. Die Fahrt mit der Feldbergbahn (Hunde erlaubt!) würde für zwei Erwachsene mit Hund über 20 Euro kosten (hier findet ihr die Preise) - da kommen wir doch lieber ein anderes Mal etwas früher am Tag wieder und steigen dann zu Fuß hoch. Eines Tages möchte meine Chefin mal bei gutem Wetter dort oben stehen, denn sie kennt den Feldberg nur in dichtem Nebel, wo die ganze Familie ziemlich blind über die Kuppe tappte und den "Gipfel" nur versehentlich fand.

Demnächst erzähle ich auch bestimmt, wie unsere Jurawanderung weiterging, denn wir sind tatsächlich noch ganz schön weit gekommen! Nur meine Chefin kommt jetzt vor lauter Arbeit nicht zum Schreiben.









Mittwoch, 17. September 2014

Schwarze und weiße Pfoten im Juragarten

September 2014. Meine Chefs hatten eine Überraschung versprochen. Und die war tatsächlich gelungen. Ich springe aus dem Auto, und da wartet...

... ja, wirklich, Ayka mit den Schwarzen Pfoten, unser Wetter- und Tourenscout aus dem Jura (samt Chef und Chefin, aber die sind nicht auf dem Bild). Wir haben uns auf Anhieb prächtig verstanden.
Ayka glaubt, sie darf nicht in den Teich, aber für mich gilt das sicher nicht. Wir haben Rollentausch gemacht, denn normalerweise halte ich mich aus tieferem Wasser lieber fern. Ein Labrador, der den Teich respektiert, ist wie ein Beagle, der eine Fährte ignoriert (pst, bei meinem guten Beispiel ist sie doch ganz kurz schwach geworden).
Ayka, hast du wirklich deinen Stock weggelegt? 
 Dann kann's ja losgehen mit dem Spielen!
Jubidu, das macht Spaß! Wenn das Spiel mir zu wild wird, bringe ich mich einfach im Teich in Sicherheit, denn der ist für Labradors gesperrt (für Beagles nicht).
 Ein bisschen gewandert sind wir natürlich auch zusammen. Nur an diese Wegweiser haben wir uns lieber nicht gehalten.
 In der Verena-Schlucht bei Solothurn schmiegt sich die Martinskapelle unter den Felsüberhang.
 Ebenso eine Einsiedelei, in dem noch heute eine Einsiedlerin lebt, um an die heilige Verena zu erinnern, eine frühe Christin und Heilerin, die unter anderem auf einem Mühlstein von hier aus die ganze Aare hinuntergefahren sein soll. Was Heilige auf der Wanderschaft eben so alles tun...
Gegenüber der Martinskapelle ist die Verenakapelle in den Fels gebaut. Dort haben meine Chefs sich die Malereien im Fels und die Statue der Verena angesehen.
 Moment, so haben wir nicht gewettet. Ayka ist eine tolle Freundin und hat eine superliebe Chefin, aber das heißt nicht, dass meine Chefs gemeinsam und ohne mich in der Kapelle verschwinden dürfen. 

Ayka hilft mir ein bisschen beim Ziehen. Ich glaube, sie weiß gar nicht, wie stark ein fest entschlossener Hund sein kann.
Aber vielleicht hat sie nicht gesehen, was ich gesehen habe:
Die Gegend hier ist nämlich total gefährlich.
Zum Glück hat uns das Ungetüm nicht erwischt. So konnten wir noch ein bisschen mehr im Garten spielen und uns rundum verwöhnen lassen.

Vielen Dank, liebe Ayka, Erika und Paul! Es war ein wunderschöner Urlaubstag mit euch.

Sonntag, 14. September 2014

Jura-Höhenweg (7): Durch die Taubenlochschlucht zum Bieler See

September 2014. Meine Chefs haben eine Weile über Fahrplänen und Landkarten gebrütet. Wir starten am Morgen in Biel/Bienne und parken nach einigen Suchrunden in bequemer Laufweite zum Bahnhof Mett. Die SBB bringt uns im Nu nach Grenchen-Süd, von dort geht's per Taxi zum Untergrenchenberg (dafür gibt es Festpreise - vor Fahrtantritt nachfragen!). Das Postauto (Linie 38) fährt leider nur mittwochs und am Wochenende, und diesen Mittwoch haben meine Chefs bereits etwas ganz Besonderes vor.

Hier sind wir letztes Jahr im Nebel gestrandet. Heute wollen wir ins Tal, auch wenn von Westen her schon wieder Regenwolken heranziehen. Der Weg führt als Erstes mal quer über die Weide bergab.
Damit die Gämsen nicht stolpern, räume ich im Wald das Gröbste aus dem Weg.
 Die Schweizer machen das stellenweise auch sehr akkurat. Da staune ich!
Zum Stierenberg (Dienstags geschlossen) geht es weiter bergab, dann wieder etwas aufwärts auf Waldpfaden ins Kanton Bern. Ab hier pendeln wir ständig zwischen dem französischen Sprachgebiet im Norden und der deutschsprachigen Schweiz im Süden.

Der Waldboden riecht allerdings  überall gleich köstlich. Wo ist jetzt der Bär?
 In diesem Bereich endet vorerst der Wald. Über herrliche Bergwiesen traben wir gen Westen.
Das kleine Gasthaus in Montagne de Romont hat offen, und der Chef plädiert für eine Pause. Meine Chefin blickt skeptisch zum Himmel und drängt zum Weiterlaufen. Irgendwie hat sie heute einen guten Draht zum Wettergott, denn wir werden zwar immer wieder nass, laufen dabei aber meist am Wolkenrand im Sonnenschein - der meiste Regen fällt hinter uns.
Immer wieder versperren Kuhgatter den Weg. Mit Rucksack passen meine Menschen nur ganz knapp durch die Umgehungen, und als Hund muss man vor Stacheldraht auf der Hut sein. Aber die Übergänge sind mitunter gezielt vermint. Wahrscheinlich zum Schutz der niedlichen Kälbchen hier oben.
Wer nicht die verkehrsarmen Fahrwege durch die Chalets wählt, folgt dem Jura-Höhenweg auf einem deftigen Abstieg durch den Wald. Am Waldrand vor Plagne stoßen wir auf einen willkommenen Rast- und Spielplatz. Endlich Pause!
Von Plagne aus fährt ein Postauto ins Tal (Empfehlung aus dem Wanderführer). Wir queren am Dorfende die Weiden und folgen dem offiziellen Verlauf des Jura-Höhenwegs. Jedenfalls würden wir das gern, wenn die Kühe keine Sitzblockade machen würden. Sind das wieder diese gefährlichen Mutterkühe, die auf Wanderer mit Hund losgehen?
Wir schlagen einen Bogen um die Herde, und meine Chefin nimmt sicherheitshalber einen Stock mit, worauf prompt eine Kuh hinter uns herstapft. Hinterher soll ich den Stock tragen und mich als Hütehund nützlich machen, aber das Ding ist total morsch und gleich zerlegt.
Meine Chefs erfreuen sich an den Silberdisteln, dem Johanniskraut und den zarten weiß-lila "Krokussen" auf den Almen dieser Gegend.
Krokusse im September? Meine Chefin ist skeptisch, tippt auf Herbstzeitlosen und fragt sich, ob die für Kühe denn nicht giftig sind. Das wird zu Hause nachgeschaut, in Informationen des Landwirtschaftsministeriums: Die Herbstzeitlose ist tatsächlich auch für Kühe so giftig, dass sie diese Pflanzen nach dem ersten Kontakt sogar noch im Heu verschmähen. Deshalb treibt man nur "weideerfahrene" Rinder auf derart verseuchte Wiesen. Ziegen und Schafe können Herbstzeitlosen fressen; allerdings geht das Gift bei ihnen in die Milch über. Schäferblogs sagen, dass die Schafe ebenfalls einen Bogen um die Blümlein machen. Hübsch sind sie trotzdem, und wir haben sie klugerweise nicht angerührt.
Durch Laubwald geht es noch einmal auf nicht ganz einfachen Wegen rasant bergab. Kurz vor Frinvillier halten wir uns etwas zu lange mit dieser hübschen Blindschleiche auf.
 Prompt erwischt uns daraufhin ein kräftiger Regenguss mit lautem Donnerschlag, so dass wir ganz zufrieden sind, dass wir Minuten später unter der Hochstraße Schutz finden. Zum Glück verzieht sich das Gewitter rasch wieder. Von dort oben sind wir heute gekommen.
Unsere heutige Etappe ist jedoch noch nicht zu Ende.
Wir weichen vom Jurahöhenweg ab, weil wir durch die Taubenlochschlucht nach Biel absteigen wollen.
 Etwas verdutzt stellen wir fest, dass der Weg tatsächlich oben am Kanalmäuerchen entlang geht.
So queren wir die Suze (die auf Deutsch "Schüss" heißt).
Die Taubenlochschlucht ist manchmal geschlossen, denn das Wasser dient der Elektrizitätsgewinnung und wird je nach Wetterlage auch mal schwallartig abgelassen.

Heute stehen Krankenwagen und andere Rettungsautos am Zugang zur Schlucht. Gab es bei dem kurzen Gewitter einen Unfall? Dürfen wir überhaupt passieren? Erleichtert stellen wir fest, dass nur lauter gut gelaunte, entspannte Helfer eine Übung machen.
Die Schlucht ist wirklich eindrucksvoll und sicher die schönste Wegvariante, um nach Biel hinunter zu gelangen. Schon nach kurzer Zeit übertönt das Brausen des Wassers den Lärm des Straßen- und Bahnverkehrs, der hoch über uns verläuft.
Hier wurde ich freundlicherweise getragen, denn solche Gitter mögen meine Pfoten gar nicht. Ein größerer Hund käme aber sicher auch am Rand entlang.
 Ein herrlicher Wasserfall von der Seite her (der bringt unseren Regenguss von vorhin).
 Am Ende der Taubenlochschlucht steht man direkt am Rand von Biel, wo wir beeindruckt die Firmensitze von Rolex und Swatch erspähen.

Wir folgen der Suze zum Auto zurück. Hier kann ein Hund bequem trinken, und wer mag, läuft weitgehend entspannt am Fluss entlang in Richtung Bieler See. Uns hat dieses erholsame Stückchen mit Kinderspielplätzen und Parkbänken nach dem langen Wandertag sehr gefallen. Später wartet am Oberen und Unteren Quai mehr städtisches Ambiente mit Gaststätten und Geschäften.
Abends gewittert es noch einmal. Unterm Bett stört mich das nicht. Ich mache meinen Chefs bestimmt nicht den Platz auf dem Bett streitig. Eher rücke ich ein bisschen zur Seite, falls sie sich zu mir kuscheln wollen. Ist doch genug Platz für alle!

Morgen wartet angeblich eine Überraschung, aber heute bin ich hundemüde.







Samstag, 13. September 2014

Jura: Wandern für Genießer und Weinfreunde

September 2014. Nachdem wir uns dieses Jahr auf dem Ortenauer Weinpfad für den Jura fit gelaufen haben, entdecken meine Chefs eine interessante Weinregion am Westufer des Bieler Sees, 
perfekt angebunden an den zuverlässigen Schweizer Nahverkehr (mehr dazu später).

Im Hotel-Restaurant "Zum Alten Schweizer" in Twann werden wir sehr gastfreundlich aufgenommen und lecker verköstigt.

Durch die Dorfgasse sausen morgens die Schüler, ansonsten geht es ausgesprochen beschaulich zu und vom Verkehr auf der Durchgangsstraße bekommt man ebenso wenig mit wie von der Bahn.


Die Reblaus hat auch dieser Gegend einst übel zugesetzt, aber die Winzer am Bieler See haben sich nicht unterkriegen lassen. Im historischen Pfropfhüsli betreiben sie heute gegenüber von dem hübschen Häuschen eine bestens ausgestattete Vinothek, wo man die hiesigen Weine verkosten kann.

Auch die Einheimischen schneien gern abends auf einen Schoppen herein und fragen, was gerade offen ist. Typisch für die Gegend ist der Chasselas (Gutedel). Den mögen auch meine Chefs und probieren geduldig, bis sie ihre Lieblingssorte gefunden haben.

Nur ich kriege mal wieder nur Wasser. Wieso bekommen Beagles keinen Wein?
Der Epagneul Breton dort oben hat mich auf Französisch gründlich verbellt. Er hat echt einen tollen Ausguck - da würde ich auch gern stehen und Unbekannte verbellen! Weil offenbar alle Leute klingeln und fragen, was für ein toller Hund das ist, haben die Besitzer ganz pragmatisch einen Aufkleber an den Balkon geklebt.
Ich blinzel erst hier über die Mauer, dann auf der anderen Seite. Dort kommt der Twannbach (die Douanne) durch eine Schlucht heruntergeprasselt und animiert meine Chefs zu interessanten Tourideen. Meine Blogfreundin Ayka hat die Twannbachschlucht bereits erfolgreich erkundet - das haben sie sich ganz genau gemerkt.