Sonntag, 16. Juni 2013

Urlaub an der Ardêche mit Beagle (1)

Mai 2013. Nach dem nassen Burgund ging es ab an die Ardêche, die zwischen den Städtchen Montelimar (leckerer französischer Nougat!) und Orange (Amphitheater und gut zum Shoppen) von Westen her in die Rhône fließt. Wir waren schon mehrfach dort, und wir wissen, warum: Südfranzösische Lebensart, köstliches Essen und an jeder Ecke Überraschungen.

Diese hier zum Beispiel:

Irisfeld bei St. Thomé
Da hielt meine Chefin auf der Hinfahrt mit quietschenden Reifen an. Wir waren ja schon ein paar Mal in diesem idyllischen Seitental, aber noch nie im Frühjahr.
Irisfeld auf dem Weg nach Gras
Hier hat eine Elsässerin (spricht darum zum Glück etwas Deutsch) mit ihrem Mann in 20 Jahren geduldiger Arbeit volle 3.000 Sorten prächtiger Iris-Varianten gezüchtet - ein Stückchen weiter liegt noch ein richtiges Riesenfeld!

Im Mai, wenn alles blüht, kommen die Leute aus bis zu 200 Kilometer Umkreis angefahren, streifen durch die Felder, schreiben sich die Nummer ihrer Lieblingssorte auf und bestellen bei der Chefin. Und im August/September wird die passende Wurzel ausgegraben und zugeschickt. Dann muss man nur noch einpflanzen, und im nächsten Jahr blüht es auch im eigenen Garten.
Eine von 3.000 Schönheiten
Meine Chefin war so beeindruckt, dass sie ganz vergessen hat, mich zu fotografieren.

Sie hofft jetzt, dass die gewünschten Sorten auch bei ihr wachsen werden. Der kleine spezielle Familienbetrieb heißt irisistible - ist ja logisch, oder? Und, nein, wir bekommen weder Prozente noch Freiexemplare, wir sind nur völlig hingerissene Fans (meine Chefin, nicht ich - ich würde aber bestimmt gern beim Ausbuddeln helfen!).

Sonntag, 9. Juni 2013

Beagle im Schloss, Teil 2

Mai 2013. Nochmal zurück zu der Sache mit dem Schlosspark. Der grenzte an einer Seite an den Wald und auf der anderen Seite an die Kuhweide.

Vor Kühen habe ich ja nun gar keine Angst. Die kenne ich schon aus dem Allgäu und aus dem Schwarzwald. Mit französischen Kühen kann man sogar spielen. Die kommen ganz neugierig an den Zaun, wenn ein Beagle naht. Ist auch gar kein großer Unterschied mehr zu der Dogge; die war auch schwarz-weiß.
Wo ich NICHT hin will, ist die Straße.
Denn da knallt es regelmäßig
(wir haben den ganzen Urlaub nicht herausbekommen, was da knallte).
Auf jeden Fall war es für Hunde lebensgefährlich, ganz klar.
Da kriegen mich keine zehn Pferde hin. Chefs, ihr seid ja verrückt.
 Nein, nein, nein. Auch gegen noch so viele Leckerli nicht.
 
Können wir jetzt bitte endlich reingehen? In mein Schloss? Auf meine Decke?
* * * * *
Das Wetter war ziemlich mau, also haben wir alles besichtigt, was das nördliche Burgund so hergab. Achtung, Hunde dürfen meistens nicht mit hinein. Im Sommer ist das nicht lustig, aber so habe ich alle Kathedralen mehrfach von außen umrundet oder konnte ich einfach in der Box im Auto bleiben. Da war es wenigstens trocken und nicht ganz so kalt.
 
Aber ganz am Ende, da durfte ich mit. Denn wir fuhren nach Guédelon, wo eine echte Burg gebaut wird. Nur mit mittelalterlichen Methoden und schon seit Mitte der 90er Jahre. Am Anfang war da nur eine Lichtung im Wald. Meine Chefin hat das immer nur per Internet verfolgt und hatte sich geschworen, dorthin zu fahren, sobald sich einmal die Möglichkeit ergibt. Hier war sie. Hey, und die sind schon richtig weit!

Hunde dürfen mit. Und wenn es etwas zu sehen gibt, will ich das natürlich auch anschauen. Früher bin ich todesmutig auf jede Mauer gesprungen, egal wie tief der Abgrund dahinter war. Deshalb darf ich nur mit Geschirr an solche Orte.
Transportiert wird alles per Kutsche. Und das Pferd gibt bergauf kräftig Gas. Maschinen und Maschinenlärm findet man auf dem Gelände überhaupt nicht.
Ein netter Hund an der Leine darf hier überall hin. Nur die Guédelon-Hunde dürfen sich ganz frei bewegen. Wer geländegängig ist, kann sich auch in der Burg umsehen.
 Und natürlich auf den Baustellen. Das da im Hof sind die verschiedenen Lehmberge, aus denen der Mörtel zusammengemischt wird.
 Und aus diesen Steinen wird alles gebaut. Praktisch: Der Steinbruch ist gleich neben der Burg.
 Diese Kollegen wohnen hier. Als wir kamen, schliefen sie noch, aber später waren sie die Gaudi für die zahlreichen französischen Schulklassen, die hier alte Handwerke kennen lernten.
 
Netter Ort für einen Ausflug mit Hund im Burgund!
Wir sind weitergefahren in den Süden, aber davon später mehr.

Mittwoch, 5. Juni 2013

Beagle als Schlosshund

Mai 2013. Ein Beagle ist kein Schoßhund. Aber ein erstklassiger Schlosshund. Unser Urlaubsziel im Burgund hatte nämlich einen richtigen Schlosspark mit Labyrinth. Da konnte ich gleich loswetzen. Hunde waren dort nicht erlaubt (offiziell). Aber wenn man freundlich fragt, darf ein Beagle mit. Juhu!
Beagle im Park von Schloss Percey
Es gab da auch eine große Dogge, die sehr elegant mit mir durch den Park galoppiert ist. Wenn ich um die Ecken geflitzt bin, hatte sie keine Chance. Darum ist sie auch auf keinem Bild mit drauf. Ich war zu schnell!
 Diesen schönen Stock habe ich auch nicht mit ihr geteilt.
Den habe ich lieber im Labyrinth versteckelt.
Das Labyrinth war ziemlich hoch und so dicht, dass ich nicht unten durch witschen konnte.
Perfekter Ort, um wichtige Dinge gut aufzuheben.
Röntgenblick (1)
 DAS sieht meine Chefin, wenn sie von unten durch den Tisch guckt.
Röntgenblick (2)
DAS sieht ein kluger Beagle.
Denn wir "sehen" mit der Nase.
Was jeder Hundekenner weiß.

Röntgenblick (3)

Mit meinem Röntgenblick überzeuge ich meine Chefs kinderleicht davon, dass ich genau weiß, was auf dem Tisch liegt. Sie brauchen es gar nicht so weit wegzupacken. Ich kriege die Leckerli ja doch! Ist auch nur gerecht! Meine Chefs haben die ganze Zeit französische Spezialitäten gefuttert, da werde ich ja wohl noch ein paar französische Leckerli haben dürfen.



Samstag, 18. Mai 2013

Pfingstausflug am Rhein

Samstag, 18.5.2013
Pfingsten regnet es in ganz Deutschland. Man weiß nur nicht, wo, wann und wieviel. Sagt der Wetterbericht. In Karlsruhe melden wir heute Sonnenschein und rasen sofort ins Freie.


Beagle an der Karlsruher Rheinbrücke
Zum Rhein ist es nicht weit, und wir wollen nach dem vielen Regen das Hochwasser sehen. Stimmt, der Rhein steht kurz vor dem Überschwappen.

Das gucke ich mir lieber vom Deich aus an.


  Wir treffen auch eine freundliche Pudeldame.
Die ist schon 15 und wird deshalb getragen.
Extra für mich darf sie aber runter. 

Ich gucke mir mal an, wie schnell der Rhein fließt. Meine Chefs haben Angst, dass ich reinspringe. Sie haben mich schon öfters aus Flüssen gefischt, aber die waren nicht so groß wie der Rhein.

Die anderen Hunde hier haben wir nicht fotografiert - die meisten waren viel zu fröhlich und viel zu schnell.


 
 
 
Und dann lassen die Chefs mir doch meiner Freiheit. Hurra!

Beagle in Freiheit


Später kommen wir an den Knielinger See. Total naturgeschützt. Deshalb wird er auch vor Hunden geschützt. und ich darf mal wieder - gar nichts.

Dabei riecht's hier echt gut. Immerhin bekomme ich zu trinken. Und kann mich hinterher kräftig schütteln.

Weil so viele Rheinschnaken (= fette hungrige Riesenstechmücken) unterwegs sind, verlassen wir den See ziemlich hurtig und kehren auf den Deich zurück.

Gänse auf dem Rhein
 War das ein toller Tag! Ich liebe verregnete Pfingstwochenenden, wenn sie so beginnen.

Samstag, 20. April 2013

Eiszeit in der Schweiz?

Blick auf den Jura-Höhenweg bei Küttigen
Samstag, 20. April 2013. 
Der Wetterbericht hat uns reingelegt. Täglich wurde er schlechter, aber DAS war nicht vorhersehbar.

Kaum sind wir bei Aarau in unserem Quartier angelangt (preiswertes wanderer- und hunde freundliches Bed&Breakfast bei Familie Hochuli in Küttigen), da verwandelt sich der angekündigte leichte Regen in sintflutartigen Dauerregen.

Am Vorabend hoffen wir noch, dass die Wolken sich lichten, bummeln durch Aarau und finden in der sehenswerten Altstadt ein gutes Lokal.

Am Morgen sieht es dann SO aus. Der weiße Hauch da ist kein romantischer Morgennebel, das ist Neuschnee, der hier im Jura die Bäume verzuckert.

bei Küttigen
Der Schneefall rückte über Nacht bis auf 600 Meter ins Tal und trieb die Rehe zum Frühstück auf die Wiese. Gämsen gibt hier auch, und zwar richtig viele, sagte unsere Wirtin, aber die haben wir nicht gesehen.


Staffelegg, April 2013

Die Fahrt hinauf zum Pass von Staffelegg kann auch nicht wirklich trösten. Es schneit und regnet unablässig, so dass meine Chefin überlegt, wie wasserfest wohl die Kamera ist.

Und dann wäre da noch die Sache mit dem grandiosen Ausblick auf dem Jura-Höhenweg, den der Wanderführer versprochen hat:

Auf der einen Seite Blick zum Schwarzwald, auf der anderen Seite Blick auf die Alpen.


Hm. Wir verlieren auf der Staffelegg gerade mal wieder die Orientierung.


Ich finde das Wetter auch nicht wirklich lustig und mag schon im Quartier kaum vor die Tür.

Hier oben stehe ich jetzt nur zu Dokumentationszwecken.

Beagle im Schnee, Nordschweiz April 2013
Meine Chefs sind ja gut ausgerüstet, aber ich, nein, ich werde heute nicht fünf Stunden bei null Grad durch den Schneeregen traben. Es gibt Grenzen, auch für Allwetterhunde.

Können wir jetzt bitte wieder ins Auto steigen, oder muss ich mich erst gründlich schütteln?

Wir kommen wieder! Sobald die kleine Eiszeit in der Schweiz Schnee von gestern ist.

Dann bekommt ihr auch anständige Bilder von den wunderhübschen Altstadthäusern in Aarau mit ihren bemalten Giebeln und vom Aare-Tal.

Aber vor allem wollen wir beim nächsten Mal endlich die Alpen sehen!


Dienstag, 16. April 2013

Da lacht der Beagle...

April 2013. Mein Chef war in Berlin. Ohne mich, obwohl es da riesige Hundewiesen gibt, zum Beispiel am Grunewaldsee. Ein Fest, sage ich euch - und ich war nicht dabei, grummel.

Aber vielleicht war es doch ganz gut, dass ich gemütlich zu Hause war. Denn was er da gesehen hat, will er euch nicht vorenthalten.

Gesehen in Berlin
Ist ja 'ne nette Idee. Aber der Hörgerätemensch weiß bestimmt nichts vom selektiven Hörvermögen: Ganz oben auf der Liste der wichtigen Geräusche stehen
  1. die Kühlschranktür,
  2. Chef kommt heim,
  3. Tütenrascheln (da könnte ja etwas Essbares abfallen).
Ansonsten unterscheide ich strikt nach gefährlich (Silvesterknaller, Schüsse, Trommeln) und ungefährlich ("Bleib!", "Hierher!"). Alles, was ungefährlich ist, wird ignoriert oder aber gelegentlich näher angeschaut, wenn ich gerade Lust und Zeit habe. Einfach, oder?

Meine Freundin Bella übrigens, die ging sogar auf große Feste mit. In aller Ruhe. Die war nämlich stocktaub. Hat also auch gewisse Vorteile, wenn man nicht so gut hört. Der Hund auf dem Foto weiß das auch, glaube ich.



Montag, 8. April 2013

Beagle politisch aktiv und Lesetipp für Hundefreunde

Ich nicht! Ich geh' nicht auf Demos! Viel zu laut! Brrr, da zittere ich nur und will WEG! Aber in Amerika gibt es offenbar politisch aktive Beagles, guckt mal auf diesem Bericht vom Focus online zum Thema Tierschützer in den USA.

Jetzt versteht meine Chefin auch, warum in dem Buch Hundekuchen zum Frühstück, das sie am Wochenende gelesen hat, die Hundeheldin so vehement vor dem Hundefänger verteidigt wird. Ist ja gruselig, was Hunden mancherorts droht!


Lesetipp

Aber das Buch ist süüüß: Menschenheldin (Jessica) und Hundeheldin (Zoe) tauschen unverhofft die Rollen und versuchen, sich im Körper des anderen zurechtzufinden. Hundekuchen für alle, hurra! Für Hundeliebhaber ein Lesefest (auch wenn die Hündin kein Beagle ist).

Von Elsa Watson, in der Übersetzung von Monika Koch: Temporeich, romantisch, einfühlsam, witzig. Beim Lesen am besten mit der ganzen Meute auf der Couch kuscheln und gemeinsam Hundekuchen futtern - ganz im Sinne der Hundeheldin.

Und wo sind jetzt meine Hundekuchen?