Sonntag, 24. März 2013. Nachdem die Schweiz das Beagleparadies ist, setzen wir die Wanderung ab Brugg fort. Und was soll ich sagen? Gleich im ersten Garten hinter dem Waldrand begrüßt uns ein gewaltig bellender Beagle hinter dem Zaun. So darf das gern weitergehen.
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Da hinten weiden ein paar Schafe mit Osterlämmern. Ich darf wie üblich nicht vorbeischnuppern.
Insbesondere weil es hier oben verflixt zugig ist. Beim Gasthof
Vierlinden könnte man einen Blick auf die gegenüber liegende
Habsburg über dem anderen Ufer der Aare werfen. Wenn es nicht so diesig wäre.
Hier fährt regelmäßig ein Bus nach Brugg zurück, auch sonntags. Sollen wir umkehren? Nein, wir überqueren die Bözbergstraße und suchen im Wald Schutz vor dem eisigen Wind.
Da wartet auch schon das erste Bözberg-Bänkli auf müde Wanderer. Im Sommer bestimmt ein lauschiges Plätzchen. Jetzt ist das aber viel zu kalt.
An der
Linner Linde, kurz vor dem Dörfchen
Linn, kramen die Chefs meine Schleppleine hervor. Aber nicht etwa, um mich herumtoben zu lassen. Nein, die Leine geht einmal rund um den Baum! Die Linde hat nämlich zehn Meter Stammumfang - wir beschließen, dass wir das im Sommer noch einmal sehen möchten. Die grandiose Aussicht funktioniert auch hier wieder nicht.
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Beagle an der Linner Linde |
An der Linde ist auch eine gut geschützte Bushaltestelle. Aber jetzt wird meiner Meute beim Anblick der Berge warm ums Herz und bald auch insgesamt ordentlich warm.
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Wir überqueren die Autobahn Basel-Zürich und bekommen gar nichts davon mit, weil die unter uns durch den Tunnel geht. Komisches Gefühl, dass die Leute da unten es so eilig haben, und hier oben ist der schönste Bergwald.
Dieser schöne Rastplatz mit Feuerstelle kommt auf etwa halber Strecke gerade recht.
Ich könnte mal ein Schläfchen vertragen - wo ist meine Decke und die Mittagssonne?
Der Nachteil der heutigen Strecke ist, dass es unterwegs ab Vierlinden keine Einkehrmöglichkeit mehr gibt.
Ab Linn kann man sich nirgends aufwärmen oder auch mal unterstellen. Bei richtig schlechtem Wetter sollte man rechtzeitig in die umliegenden Dörfer absteigen.
Das Beweisfoto: Auf etwa 650 Meter Höhe lag stellenweise noch etwas Schnee. War aber das einzige Fleckchen auf dem ganzen Weg, obwohl wir bis auf 800 Höhenmeter kamen.
Bei
Chillholz sind wir plötzlich froh, dass es so verhangen ist. Im Sommer dürfte es hier ganz schön heiß sein. Die schönen weiten Wiesen haben übrigens noch einen Haken:
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Hier in der Schweiz wird auf den Wiesen Heu für die Kühe gewonnen. Die Schweizer Kühe sind allerdings Feinschmecker und mögen es gar nicht, wenn ein Hund sich auf ihrem Futter erleichtert.
Darum hängen an den Ortsausgängen und auch wenn man aus dem Wald kommt, immer wieder Spender mit Robidog-Beuteln. Wer die Hinterlassenschaften seines Hundes dann brav aufsammelt, hat allerdings ein Problem, denn Papierkörbe gibt es ausgesprochen selten.
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Blick nach Norden bei Staffelegg |
Staffelegg ist ein Pass - das Gasthaus, in dem wir uns einen Kaffee erhofft hatten, ist allerdings geschlossen. Dafür stehen hier für das
Postauto in Richtung Brugg sogar zwei Strecken zur Wahl, nach Norden über Herznach und Effingen oder aber nach Süden bis Aarau und dann mit dem Zug nach Brugg. Das Postauto nach Norden kommt zuerst, kostet wieder 26,20 Franken, und mit zweimal Umsteigen sind wir im Nu wieder am Auto.
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Schweizer Postauto |
"Postautos" sind in der Schweiz übrigens nicht etwa DHL-Transporter, wo man sich hinten zwischen die Pakete quetscht, falls noch ein Plätzchen frei ist, sondern höchst moderne Linienbusse, die zuverlässig, rasant und sehr regelmäßig fahren.
Den
Fahrplan verrät einem die Schweizer Bahn ganz unproblematisch. Achtung, die
Preisauskunft ("ab"-Preis) bezieht sich auf den halben Preis (= 1 Hund) für die einfache Fahrt. Die meisten Schweizer scheinen das Halbtax-Abo zu nutzen, das einer Bahncard50 entspricht.
Erwachsene ohne Halbtax (= meine Chefs) zahlen logischerweise den vollen Preis - das erklärt auch unsere Verwirrung am ersten Tag in Brugg. Der Automat hatte Recht, nur meine Chefs mal wieder keine Ahnung.
Wer den Jura-Höhenweg am Stück laufen will, sollte sich gründlich mit den verschiedenen
Ermäßigungen für Urlauber beschäftigen.