Samstag, 10. Juni 2017

Nationalpark Schwarzwald (3): Nordzipfel bei Herrenwies

Mai 2017. Am letzten Wochenende im Mai waren 30 Grad angesagt. Also fanden meine Chefs es eine gute Idee, mal wieder auf 1000 Meter Schwarzwaldhöhe auszuweichen. Ausgangspunkt war der Parkplatz an der "Herrenwieser Schwallung", wo eine hohe Brücke über den Schwarzenbach führt, der weiter unten in die Schwarzenbach-Talsperre mündet.
 Nach einem ersten kurzen Anstieg beginnt ein wunderschöner Waldpfad.
 Der Ginster weicht schnell knorrigen Schwarzwaldlandschaften.
 Mein Chef meint, das junge Gras sei Landschaftskunst.
 Ich werde dekorativ über geschälte Bäume geführt, um zu demonstrieren, wie lang die sind, und dass hier noch nicht Nationalpark ist. Hinterher untersucht meine Chefin sehr besorgt meine Pfoten auf Spreißel.
  Ein Stückchen weiter haben Menschen eigene Landschaftskunst geschaffen.
 
 Hier hat jemand jede Menge Spaß gehabt - und wir haben auch unsere Freude.
 Wir sind ein ganzes Stück oberhalb der Talsperre - seht ihr, wie wenig Wasser die derzeit hat? Es hat den ganzen Winter und im Frühjahr viel zu wenig geregnet.
 Das merke ich übrigens deutlich, denn am Wegrand finden sich kaum Pfützen.
 Und als wir endlich am Herrenwieser See ankommen, steht der dermaßen unter Naturschutz, dass alles abgesperrt ist. Hunde an die Leine (Hirsche und Füche nicht), und da unten winkt das Wasser.
 Gut, dass meine Menschen mir genug mitgenommen haben!
Das hübsche Gras dort unten wächst auf Schwingrasen und ist einer der Gründe, weshalb wir da nicht runterdürfen. Dabei hätte meine Chefin es so gern aus der Nähe fotografiert.
 Am Ende des Sees beginnt der recht mühsame Aufstieg auf den Seekopf (1001 Meter).
 Immerhin müssen wir nicht, wie am Luchspfad, über umgestürzte Bäume klettern. Hindernisse wurden freigesägt.
 Am Bussemer Stein auf dem Seekopf wollten wir eigentlich Pause machen, aber hier herrscht pralle Mittagssonne, und es gibt keinen Sitzplatz im Schatten.
 Also marschieren wir weiter und passieren auf dem Sattel in Richtung Badener Hütte schließlich die Nationalparkgrenze - hier geht es erst los!
 Wir suchen uns ein Schattenplätzchen zum Ausruhen, denn es ist gewaltig heiß hier oben und irgendwie kaum kühler als im Tal. Bei mir ist allerdings etwas schief gegangen in Bezug auf die Gemütlichkeit. Meine Chefin merkt das erst an meinem leicht gestressten Blick.
 Okay, der Anstieg zur Badener Hütte lohnt sich wirklich (und da finde ich auch ein bisschen schönes moorig braunes Höhenwasser). Hier oben man kann zusätzlich noch auf den Friedrichsturm steigen (ich nicht!)...
 ...und von da hat man einen phantastischen Blick.
Mal in Richtung Baden-Baden und Rheintal...
 ...mal in Richtung Mehliskopf mit Skipiste und Bobbahn.
Da drüben geht der Nationalpark in Richtung Süden weiter.
 Wir steuern für die Mittagspause das Naturfreundehaus an, wo wunderschöne Lupinen blühen.
 Leider geschlossene Gesellschaft wegen einer Jugendgruppe.
Das ist doof, denn uns geht langsam das Wasser aus.
 Also nehmen wir die Abkürzung nach Herrenwies hinunter. Viel schöner als die breiten Fahrwege!
In Herrenwies erwartet einen ein verschlafenes Schwarzwalddorf, und wir haben Glück und finden eine Gastwirtschaft, die offen hat. Her mit der Stärkung und dem Wasser!

Das letzte Wegstück zur Schwallung zurück ist dann schnell geschafft. Jetzt kann es ruhig ein bisschen regnen, bevor wir das nächste Mal bei Sonne über Berg und Tal wandern.

Samstag, 3. Juni 2017

Rhododendronpark im Mai

Mai 2017. Nicht immer muss man in die Ferne schweifen, um etwas Zauberhaftes zu erleben. Meine Chefs haben für den Mai einen neuen Lieblingsort entdeckt, den Rhododendronpark Jansen bei Karlsbad. Nur zehn Minuten mit dem Auto (hurra!), aber Hunde müssen an die Leine (weniger nach meinem Geschmack). Dafür zahlen Hunde keinen Eintritt (und Menschen auch nur ganz wenig).
Auf die Ferne sieht es ja schon mal beeindruckend aus.
Aus der Nähe noch mehr. Der Duft ist überwältigend.
Und meine Menschen sind von der Blütenfülle hin und weg.
Ich würde viel lieber unter den Büschen Kaninchen und Mäuschen jagen...
Meine Chefin fotografiert sozusagen jede Blüte einzeln.
 Die Farbkontraste haben es ihr angetan.
Ebenso das Farbenspiel der Knospen und Blüten.
 Ich schiele mal klammheimlich unter die Büsche, während ich am Gras das Fell schubbere.
Hin und wieder tauchen lauschige Sitzplätze auf, auf denen man in dieser Oase jedes Zeitgefühl verliert.
 Zwischen den Alleen kann man sich verirren, denn sie bilden ein verwunschenes Labyrinth.
Für Kinder der perfekte Ort zum Verstecken spielen - Eltern brauchen nur ein wenig Geduld.

Mein Lieblingsspiel "Wo ist der Beagle?" steht trotzdem nicht zur Debatte.
 Ganz in der Nähe liegt ein Fischteich, und so kommen auch ein paar blau glitzernde Libellen vorbeigeschwebt.
 Wir wünschen euch ein zauberhaftes Pfingstwochenende!

Montag, 17. April 2017

Nationalpark Schwarzwald (2): Immer noch im Nordzipfel

April 2017. Der Nordzipfel des Nationalparks Nordschwarzwald hat es uns angetan. Zumal rundherum, insbesondere nach Westen hinunter, noch sehr viele Wandertouren locken. Frohgemut wollen wir diesen Teil abschließen und beginnen dafür am Parkplatz Sand, haben allerdings die Rechnung ohne den Weg gemacht.
 Ich wüsste schon, wo es am besten riecht. Zunächst einmal wandern wir in aller Gemütlichkeit in Richtung Plättig, also dorthin, wo wir beim letzten Mal geparkt haben. Ist nicht weit! Dort erwartet uns der Einstieg in den Wildnispfad (sozusagen ein Ableger vom Luchspfad).
 Als Jagdhund finde ich die Wildnis selbstverständlich ohne jedes Schild. Meine Chefs sind ein bisschen verrückt und glauben, DAS hier wäre unser Weg. Selber schuld.
 Das ist nur das erste von zahllosen Hindernissen. Der Wildnispfad an der Schwarzwaldhochstraße entstand nach dem Orkan Lothar im Jahr 1999. Der mähte breite Schneisen in den Wald, und auf einem Teil davon durfte der Wald sich frei entwickeln. Nur ein schmaler Pfad führt hindurch.
Meine Chefin kann sich an den dicken Moosen nicht satt sehen.
 Dieser Baum ist geradezu ein Wahrzeichen des Pfades. Hier entstehen die Bretter von ganz allein.
 Das ist jetzt nicht euer Ernst, liebe Menschen? Ich gehe lieber an der Seite abwärts, das geht viel einfacher auf vier Hundepfoten.

Während wir vor uns hin fotografieren und uns gründlich umsehen, werden wir von mehreren Familien mit Kindern (und Oma!) überholt. Alle finden mich süß und sind ganz fasziniert von meiner Geländegängigkeit. Jetzt wollen ganz viele Kinder ihren eigenen Beagle, der immer treu an ihrer Seite bleibt (hust...). Warum ich im Wald nur mit Geschirr und Leine unterwegs bin, hat keiner gefragt. Immerhin gehen wir diesmal "richtig herum".
 Irgendwo in diesem Bereich finden meine Chefs, die Kletterei sei ja ganz lustig, aber jetzt könnte es mal vorbei sein mit dem Hindernisparcour.
 Kurz darauf fängt meine Chefin an, die überstiegenen Bäume zu zählen. Da haben wir aber bestimmt schon zehn bis zwanzig Baumstämme überklettert.
 Mir egal. Ich schnüffele sehr gern in den Höhlen unter den Baumstümpfen herum.
Aufräumen darf auch nicht fehlen. Hier ist so viel Chaos, da fehlt einfach ein erfahrener Forsthund! Ich mache mich sehr gern nützlich (Training für die Nackenmuskeln, ihr wisst ja.
 39 Baumstämme später (plus 6, die wir umgehen konnten) erreichen wir am Vesperplatz (hey, wieso lassen wir diesen elementaren Punkt heute aus?) mit gehöriger Verzögerung den Pfad, den wir ursprünglich laufen wollten. Wenn es schon kein Vesper gibt, räume ich eben weiter auf.
 Hin und wieder finden wir ein wenig Wasser. Es hat im März und April zuvor kaum geregnet, das merkt man. (Dafür kommt jetzt an Ostern die dreifache Menge - echt Pech, sonst wären wir gerade wieder unterwegs.)
 Hier hat ein Massaker stattgefunden. Den Schuldigen hören wir oben in den Bäumen. Hoffentlich füttert er mit der Beute wenigstens seine Jungen.
 Der Brautstein ist ein beliebtes Wanderziel mit schöner Aussicht.
 Meine Chefs sind entzückt von der Wegführung...
 ...und vom Blick in Richtung Baden-Baden.

Weniger entzückt sind sie vom Blick auf die Uhr, denn wir wollten um diese Zeit schon viel weiter sein und hoffen noch auf ein Mittagessen. Der Wildnispfad hat uns erheblich aufgehalten, und meine Chefin sagt, dass es laut Karte noch einen zweiten Pfad etwas oberhalb gegeben hätte, der sicher viel einfacher ist. Jedenfalls ist das der Grund, warum wir die Tour abkürzen und quasi per Luftlinie nach Sand zurückwandern.
 Die interessanten Abtrennungen sind noch ein Rest des Winters, der die Ski- und Schneeschuhwanderer davon abhalten sollte, ins Innere des Parks vorzustoßen. Den braucht hier das Rotwild als Rückzugsort, und dort soll es im Winter nicht aufgestört werden.
 Die Naturfreunde haben das Naturfreundehaus schon vorösterlich geschmückt. Es ist aber noch nicht geöffnet. Hier können kleine Gruppen mitten im Nationalpark wohnen.
Während meine Chefs auf der Bank rasten, habe ich bereits unser Ziel im Blick: In der Bergwaldhütte Sand, gleich oberhalb des Parkplatzes, erwartet uns ein zünftiges Mittagessen, und Hunde sind dort willkommen. Sogar zum Übernachten! Da käme glatt ein Wanderwochenende ohne Anfahrt in Betracht, wo man vom Fleck weg losmarschieren kann.

Denn mit dem Nordzipfel sind wir immer noch nicht fertig. Und meine Chefin weiß schon ganz genau, wie sie den Rest in Richtung Herrenwies erlaufen will. Hauptsache, sie nimmt mich mit!