Sonntag, 9. Juni 2013

Beagle im Schloss, Teil 2

Mai 2013. Nochmal zurück zu der Sache mit dem Schlosspark. Der grenzte an einer Seite an den Wald und auf der anderen Seite an die Kuhweide.

Vor Kühen habe ich ja nun gar keine Angst. Die kenne ich schon aus dem Allgäu und aus dem Schwarzwald. Mit französischen Kühen kann man sogar spielen. Die kommen ganz neugierig an den Zaun, wenn ein Beagle naht. Ist auch gar kein großer Unterschied mehr zu der Dogge; die war auch schwarz-weiß.
Wo ich NICHT hin will, ist die Straße.
Denn da knallt es regelmäßig
(wir haben den ganzen Urlaub nicht herausbekommen, was da knallte).
Auf jeden Fall war es für Hunde lebensgefährlich, ganz klar.
Da kriegen mich keine zehn Pferde hin. Chefs, ihr seid ja verrückt.
 Nein, nein, nein. Auch gegen noch so viele Leckerli nicht.
 
Können wir jetzt bitte endlich reingehen? In mein Schloss? Auf meine Decke?
* * * * *
Das Wetter war ziemlich mau, also haben wir alles besichtigt, was das nördliche Burgund so hergab. Achtung, Hunde dürfen meistens nicht mit hinein. Im Sommer ist das nicht lustig, aber so habe ich alle Kathedralen mehrfach von außen umrundet oder konnte ich einfach in der Box im Auto bleiben. Da war es wenigstens trocken und nicht ganz so kalt.
 
Aber ganz am Ende, da durfte ich mit. Denn wir fuhren nach Guédelon, wo eine echte Burg gebaut wird. Nur mit mittelalterlichen Methoden und schon seit Mitte der 90er Jahre. Am Anfang war da nur eine Lichtung im Wald. Meine Chefin hat das immer nur per Internet verfolgt und hatte sich geschworen, dorthin zu fahren, sobald sich einmal die Möglichkeit ergibt. Hier war sie. Hey, und die sind schon richtig weit!

Hunde dürfen mit. Und wenn es etwas zu sehen gibt, will ich das natürlich auch anschauen. Früher bin ich todesmutig auf jede Mauer gesprungen, egal wie tief der Abgrund dahinter war. Deshalb darf ich nur mit Geschirr an solche Orte.
Transportiert wird alles per Kutsche. Und das Pferd gibt bergauf kräftig Gas. Maschinen und Maschinenlärm findet man auf dem Gelände überhaupt nicht.
Ein netter Hund an der Leine darf hier überall hin. Nur die Guédelon-Hunde dürfen sich ganz frei bewegen. Wer geländegängig ist, kann sich auch in der Burg umsehen.
 Und natürlich auf den Baustellen. Das da im Hof sind die verschiedenen Lehmberge, aus denen der Mörtel zusammengemischt wird.
 Und aus diesen Steinen wird alles gebaut. Praktisch: Der Steinbruch ist gleich neben der Burg.
 Diese Kollegen wohnen hier. Als wir kamen, schliefen sie noch, aber später waren sie die Gaudi für die zahlreichen französischen Schulklassen, die hier alte Handwerke kennen lernten.
 
Netter Ort für einen Ausflug mit Hund im Burgund!
Wir sind weitergefahren in den Süden, aber davon später mehr.

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