Sonntag, 10. März 2013

Toureinstieg Ost: Von Durlach nach Ettlingen



Samstag, 9. März 2013. Im Norden schneit's, aber uns lockt der Frühling ins Freie.

Wir wandern die müden Knochen und die neuen Schuhe ein und beginnen mit einer Minitour im Karlsruher Osten, immer an den Karlsruher Bergdörfern entlang.

Mit der Straßenbahn geht's nach Durlach, und von dort aus auf geheimen Pfaden nach Süden. Nein, falsch: Nach Südwesten, denn das Ziel ist mal wieder Ettlingen mit dem Einstieg ins schöne Albtal.

Bei der Festhalle um die Ecke gibt's gleich mal Gemüse. Das lassen wir zu meiner großen Zufriedenheit rechts liegen und marschieren an den Gärten vorbei, bis zu den ersten Häusern; da geht es rechts und immer der Nase nach.









Hier kommt so ein netter kleiner Geheimpfad durch die Schrebergärten in Richtung Aue.

Mein Chef hatte die Tour am Hang entlang geplant, aber meine Chefin glaubt, sie kennt sich aus, und läuft am Rückhaltebecken entlang (wo alle Sturzbäche aus den gigantischen Karlsruher Bergen aufgefangen werden). Also, wer unbedingt will, darf auch dort drüben laufen. Da kann man sich aber nicht so gemütlich im Gras schubbern.

Dieses Foto ist nur der Beweis, dass wir wirklich aus Durlach kommen. Gleich bei meiner Schwanzspitze sieht man nämlich den Turmberg; das ist der Karlsruher Hausberg.




Nächste Planänderung: Ab dem Zündhütle könnte man ganz leger immer am Waldrand entlang an Wolfartsweier und am Hedwigshof (mit Hedwigsquelle für alle Durstigen) entlang nach Ettlingen trödeln. ABER es ist Samstag, und am Schützenhaus ist Schießtraining. Ich lasse den Schwanz sinken, mache mich ganz klein und habe ganz platte Ohren. Da zeigen meine Chefs mal, was für ein Herz sie für kein bisschen schussfeste Jagdhunde haben und umrunden den bösen Schießstand weiträumig.

Ich beschwer' mich auch gar nicht, als wir zum Bergwald hochsteigen und dann hintenrum - mitten auf die Autobahn laufen? Hä?

Die Autobahn ist zwar laut, aber heute für mich ein Glück, denn so höre ich die olle Knallerei nicht so laut. Hier kommt man richtig nah dran, aber meine Chefs wissen mal wieder Bescheid und nehmen den Weg, der kurz vor Hohenwettersbach da hinten um die Ecke geht, direkt unter der A8 durch.

Er führt uns auf dem Weg des Schwarzwaldvereins hinüber an den Rand von Grünwettersbach und hinunter zum Fallbrunnen (Trinkmöglichkeit für Hunde).





Danach ist meine Chefin total frühlingsbeglückt, zieht eine Tüte aus dem Rucksack und packt ein paar Handvoll frischen Bärlauch ein. Der wächst hier nämlich in Massen. Ich ziehe Leckerli vor, auch wenn man von Bärlauch angeblich bärenstark wird.


Wieder auf geheimen Pfaden geht es ruhig und geschützt bergauf zum Grünwettersbacher Funkturm.



Dort ist es weniger ruhig, denn uns begegnet der vierte oder fünfte Holzmachertrupp dieses Tages. Merke: Diese Tour ist keine gute Samstagstour, denn samstags wird in Wolfartsweier geschossen und im Wald machen lauter Freizeitholzfäller tüchtig Kleinholz für ihre Kamine.

Aber dann kriege ich eine kleine Schnüffelüberraschung, denn wir besuchen alte Freunde im total vermatschten und zerwühlten Wildschweingehege.

Die Wutzen sind ganz zutraulich und neugierig.

Weiter geht's am östlichen Waldrand entlang (geschützt und sonnig), bis wir den Grünwettersbacher Weg zur Ettlinger Kaisereiche einschlagen. Hier könnte man auf diversen Wegen stattdessen auch direkt ins Albtal weiterlaufen.

Unten in Ettlingen kommen wir an einer Baustelle vorbei, wo offenbar so richtig hundefreundliche Architekten am Werk sind. Na, die Hütte könnte mir auch gefallen!

An der Kirche vorbei geht es über die Rathausbrücke und durchs Ettlinger Stadttor, wo ihr jetzt mit Tour 2 in unsere große Schwarzwald-Nord-Süd-Durchquerung einsteigen könnt. Einfach loslaufen!

Am Tor bitte unbedingt von der Marktplatzseite aus einen Blick auf den Turm werfen. Da hängt nämlich ein ziemlich gruseliges Kunstwerk zu beiden Weltkriegen, das meine Chefin immer wieder angucken muss.

Ich hab's nicht so mit der Kunst. Lieber ist mir die abschließende Rast im Vogelbräu, wo auf meinen Chef ein frisches Märzen wartet und für mich sogar ein bisschen Haxe abfällt (obwohl schon alle über meinen speckigen Hals lästern - aber da kann ich nix für: Das Geschirr ist ganz sicher beim letzten Waschen eingelaufen). Und dann nix wie heim mit der S-Bahn. Mit der City plus-Karte waren meine Chefs und ich schon heute früh unterwegs - sehr praktisch, und Ettlingen ist inbegriffen!


Die ganzen schlauen Geheimwege stehen übrigens auf der Freizeitkarte Karlsruhe Bergdörfer, die 2012 ganz frisch erschienen ist. Superpraktisch und hat uns auch auf die Idee für die Tour de Vogel gebracht (eigentlich für Radfahrer konzipiert und mit noch einer Station mehr). Die Karte gibt's im Karlsruher Buchhandel (zum Beispiel im Reisebuchladen), aber auch direkt beim Hersteller, mapsolutions.








Kommentare:

  1. Wow, eine tolle Tour und du hat sie uns prima beschrieben. Du hast uns richtig mitgenommen bei deiner Wanderung. Vielen Dank.
    Liebe Grüße von Emma, Lotte und Frauchen

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    1. Ich nehme immer alle mit, Emma! Das ist meine Spezialität. Je größer die Meute, desto besser. Große Meute = viel Stehenbleiben und über den optimalen Weg palavern = viel Rumschnüffeln. Perfekt!

      Wer Zeit und Lust hat, kann auf unseren Spuren glatt bis zur Schweizer Grenze stromern.

      Gruß aus dem Rheintal, Cookie

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  2. Da habt ihr ja schönes Wetter...hier liegt Schnee...brrrrr....
    Frauchen würde ja auch gern mal ne Wandertour machen...aber der Chef...neee der macht so was nicht mit...
    liebe Grüße von Sylvia.

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    1. Bei uns rieseln jetzt auch ein paar Flöckchen, Tibi. Sag deinem Frauchen, dass wir auch Wege kennen, die gaaanz eben sind.

      Da kann dein Chef gemütlich auf dem Fahrrad nebenher rollen und hat gar keine Ausrede mehr (außer diesen verflixten Beagle, der ständig auf dem Weg Zickzack läuft).

      Viel Glück beim Verhandeln wünscht Cookie

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