Kleines Beagle-Lexikon

A wie ABHAUEN
Meine Lieblingsbeschäftigung (außer Schlafen und Fressen natürlich). Beagle sind Weltmeister im Ausbrechen - auf diesem YouTube-Video seht ihr einen wahren Houdini unter den Beagles!
Merke: Alles Interessante ist außerhalb des Zauns. Mehr hierzu unter Was macht ein Beagle, dem langweilig ist?. Ansonsten: Bitte chippen und bei TASSO (siehe T) melden.
Flüchtige Beagle findet man manchmal auch über diese Webseite:

B wie BERUFSWUNSCH
Ich bin intelligent, verträglich, ausdauernd und ein Superstar unter den Schnüffelnasen.
Deshalb eigne ich mich besonders als Familienhund (wenn ihr mich ausreichend beschäftigt und mich nicht so lange alleine lasst), Jagdhund (zum Stöbern, Auffinden und Verbellen des Wilds) und Zollhund (gesehen 2011 am Flughafen in Johannesburg, Südafrika). Manche Beagles lieben auch Man-Trailing (Personen suchen).
Viele meiner Artgenossen werden als Laborhunde verwendet, weil wir so nett sind. Manchmal sind das ganz harmlose Versuche, nur wenn wir anschließend aus dem Labor entlassen werden, haben wir keine Ahnung von der großen weiten Welt. Wir lernen aber schnell, und ich freue mich über jeden Kumpel, der eine tolle neue Familie findet (mehr dazu unter W wie WELPEN).

C wie CHIPPEN
Macht man heute statt Tätowieren. Beim Chippen schießt uns der Tierarzt einen Mikrochip in den Halsbereich. Auf dem ist eine Nummer, die andere Tierärzte mit einem passenden Lesegerät auslesen können. Wenn diese Nummer bei einer großen Tierschutzorganisation (z.B. TASSO, siehe T) gemeldet ist, kann man unsere Chefs ausfindig machen, wenn wir mal wieder abhanden kommen (ähem...). Chippen ist inzwischen Pflicht, die Nummer gehört in den Ausweis, und ungechippt dürfen Hunde nicht mehr über die EU-Grenzen.

D wie DOKUMENTE
Zum Reisen in Europa und anderswo braucht man einen EU-Heimtierausweis. Da steht auch die Chipnummer drin (hin und wieder beim Tierarzt prüfen lassen, ob man den Chip noch findet) und was man an Impfungen oder Besonderheiten beachten muss; das meiste wird vom Tierarzt im Impfpass vermerkt. Sinnvoll: Alles auch scannen und im Handy mitnehmen. Dann ist man wenigstens gefühlt auf der sicheren Seite.

E wie ERZIEHEN
Netter Versuch. Wir sind superintelligent, superdickköpfig und warten hartnäckig auf unsere Chance, doch noch das zu bekommen, was wir wollen. Und zwar wann WIR es wollen. Siehe auch Stichwort Hundeschule.
Allerdings gehen Beagles, deren Besitzer schon mit ihrem süüüüßen Welpen inkonsequent sind und zu früh aufgeben, leider oft durch zahlreiche Hände. Insofern, liebe Beaglefreunde: Gebt euch halt Mühe! Dann klappt's auch mit dem Beagle.

F wie FAMILIENHUND
Klar bin ich das! Der ungefähr ideale Familienhund! Nach anfänglich hysterischem Gebell nehme ich jeden in meine Meute auf, der mich füttert, mit mir spielt und mich knuddelt (in dieser Reihenfolge). Merke: Mehr Familienmitglieder = mehr Leckerli und mehr Chancen, doch irgendwo ein gemütliches Bett zu erobern.
Kleine Kinder reagieren mitunter irritiert, wenn ich ihnen auf Augenhöhe die Brezel abnehme. Aber was kann ich dafür, dass sie mir etwas Fressbares unter die Nase halten?

G wie GEWICHT
"Ein Beagle-Rüde, kastriert und so schlank? Da müsste man ein Foto von machen mit dem Kommentar: Geht doch!", sagte die Tierärztin mal lobend zu meiner Chefin.
Gesunde, normale, erwachsene Beagles wiegen angeblich zwischen 13 und 18 Kilo. Darüber drohen Krankheiten wie Diabetes und Gelenkprobleme, und wir werden so schlapp wie unsere Menschen. Mehr zu unserem Essverhalten unter V wie VERFRESSEN.
Damit ich schlank und beweglich bleibe, gibt es nur einmal am Tag ganz normales Futter, und zwar abends (so bin ich tagsüber bereit, für Essbares alles Erdenkliche anzustellen).

H wie HUNDESCHULE
Gute Idee! Hier lernen wir, wie wir unsere Chefs mit ein paar Tricks dazu bringen, uns jede Menge Leckerli zuzustecken. Ansonsten: Der Ort, wo jeder Beagle seinen Chef maximal blamiert. Andererseits garantiert ein Beagle in der Gruppe, dass jeder andere Anwesende sehr stolz auf seinen Hund ist.

I wie INTELLIGENT
Klar bin ich das. Ich erfasse die Situation im Nu und entwickle dann eine Strategie, sie optimal zu bewältigen. Hierzu gehört das Abwägen, wie ich mit dem geringsten Aufwand an meine Hauptziele komme: Fressen oder Freiheit.
Menschen halten Hunde für intelligent, die das tun, was ihre Menschen von ihnen verlangen ("Gehorsams- bzw. Arbeitsintelligenz"). Machen wir auch - wenn es uns Spaß macht. Informiert euch mal über Trickdogging, zum Beispiel bei den Knuffigen Knirpsen (Trickfilme ansehen!).

J wie JAGDHUND
Beagles sind Jagdhunde. Seit Jahrhunderten werden wir dazu gezüchtet, am liebsten in der Hundemeute wie verrückt einer Spur nachzujagen, um den Jägern zu zeigen, wo das Wild ist. Das ist unsere wahre Bestimmung, etwas Tolleres gibt es nicht! Folgt mir, ich kenne den Weg! Wer zu langsam ist, braucht halt ein Pferd.

K wie KISSEN
"Ein Beagle ist das einzige Kissen, das kommt, wenn man es ruft."

L wie LEINE
Ohne Leine geht der Beagle nicht aus dem Haus, haben meine Chefs beschlossen. Hat was mit meiner Neigung zum Abhauen zu tun (siehe A). Allerdings habe ich diverse Leinen, die möglichst an einem Geschirr festzumachen sind (würgt nicht so, wenn ich mal wieder ziehe wie ein Stier, weil die Spur so genial ist und mein Mensch viel zu langsam).
Je nach Ort wählen wir zwischen der Stadtleine (kurz, in den Wintermonaten möglichst reflektierend, weil ich ständig mit der Nase am Boden Zickzack laufe) und meinen Schleppleinen, die mehr Bewegungsfreiheit (5 bzw. 10 Meter, ideal für Wanderungen, sofern der Untergrund nicht zu sehr von Geröll oder Wurzeln bedeckt ist).
Ich bevorzuge den Freilauf. Ein Beagle kann sich nämlich unmöglich verlaufen. Er ist immer genau da, wo es am besten riecht!

N wie NASE
Meine Nase zählt zu den feinsten in der Hundewelt. Eine läufige Hündin rieche ich aus mehreren Kilometern Entfernung. Bei einem berühmten Versuch (berühmt unter Beagle-Freunden) brauchten Beagles gerade mal eine Minute, um auf einem 4000 qm großen Feld eine dort frei gelassene Maus zu finden; Foxterrier brauchten im Schnitt 15 Minuten, und die Scotchterrier fanden die Maus gar nicht (Quelle: John Paul Scott und John L. Fuller in Dog Behavior: the Genetic Basis).
Das Riechzentrum dürfte bei uns mindestens 100-mal größer sein als der Bereich im Gehirn, der uns auffordert, unseren Menschen zu gehorchen.

O wie OHREN
Böse Zungen behaupten, Beagles würden wegen ihrer Schlappohren so schlecht hören. Das ist ein Gerücht! Wir hören alles und überlegen blitzschnell, ob es gerade notwendig ist, darauf zu reagieren. Die Kühlschranktür (oberste Priorität!) höre ich durch zwei geschlossene Zimmertüren hindurch noch im Halbschlaf.
Meine Schlappohren gehören regelmäßig kontrolliert, weil sie sich ganz gemein entzünden können; dann sickert schwarzbrauner Schleim heraus, und ich fange an, mir pausenlos die Ohren zu kratzen (was die Entzündung eher noch schlimmer macht). Besser ist rechtzeitiges Ausputzen und im Zweifelsfall schnell zum Tierarzt.

P wie PACKLISTE
Damit meine Chefs nicht immer das Wichtigste vergessen, haben sie eine Packliste fürs Wandern mit Hund erstellt. Wenn eure Zweibeiner so etwas auch brauchen, können sie die Liste hier als pdf herunterladen.

R wie RASSE
Eine ausgezeichnete und liebevolle Rassebeschreibung findet ihr hier. Die Bemerkung über Gehorsam (Platz 72 unter den untersuchten Rassen) entspricht vermutlich der Wahrheit, hust, hat aber nichts mit mangelnder Intelligenz zu tun. Ganz klasse ist das eingebaute Video zur Lernfähigkeit von Beagles.

S wie SÜSS
"Ist der aber süß!" Beagles sind Hunde mit maximalen Süß-Faktor. Einer der Gründe, warum Erziehungsversuche sinnlos sind. Man verzeiht uns sowieso alles. Insbesondere wenn wir nach stundenlangem Stöbern mit flatternden Ohren bestgelaunt zu unseren Besitzern zurücksausen.

T wie TASSO
Bei Tasso kann man gechippte Beagles eintragen lassen und mit viel Glück wiederbekommen, wenn wir mal wieder abgehauen sind und ein netter Tierarzt den Chip ausgelesen hat. Nur chippen reicht nicht, es muss auch jemand registrieren, zu wem dieser Chip gehört!!! Also, ICH bin ein gechippter TASSO-Hund!

U wie URLAUB
Ich will mit! Urlaub ist toll! Am Hundestrand kann ich mit Kumpels toben, in den Alpen klettere ich bereitwillig bis an die Schneegrenze, überall warten herrliche neue Gerüche, und abends bin ich hundemüde. Aufgrund des Beagle-Faktors ("wie süüüß") und meiner nicht so einschüchternden Größe bin ich auf Anfrage fast überall geduldet.
Wenn ich ausnahmsweise mal nicht mit darf, gehe ich am liebsten zu meiner Hundesitterin - mit Familienanschluss und eigenem Rudel. Da fühle ich mich pudelwohl.

V wie VERFRESSEN
Als Meutehunde sind Beagles davon überzeugt: Wenn wir nicht augenblicklich alles halbwegs Essbare in uns hineinschlingen, was niemand anders mehr braucht, könnten wir aus Versehen verhungern.
Als essbar gilt jegliches Menschenfutter einschließlich Wurst mit Plastikpelle, ein 5 Tage altes Schulbrötchen aus dem Papierkorb, ein ganzer Block Butter sowie eine halbe Pizza und eine Schale Chips bei der LAN-Party.

W wie WELPE
Bitte kauft keine Beagles unbekannter Herkunft, auch wenn der nächste seriöse Züchter 100 km entfernt wohnt oder ihr vor Mitleid dahinschmelzt. Züchteradressen bietet zum Beispiel der Beagleclub Deutschland (BCD).
Mitleidige Seelen können überlegen, einen Laborbeagle oder einen Beagle aufzunehmen, der seine Familie aufgeben muss: Beagle in Not.

Z wie ZAUN
Theoretisches Hindernis, solange ein Beagle weder hungrig ist, noch etwas Interessanteres auf der anderen Seite auftaucht. Siehe auch "A wie ABHAUEN".

Z wie ZEITGEFÜHL
Perfekt ausgebildet. Ich bin ein ausgezeichneter Wecker, und ich weiß ebenso exakt, wann Zeit zum Füttern ist. Dann springe ich notfalls auf die Tastatur, um meiner Chefin zu sagen, wie spät es schon ist.

Kommentare:

  1. Hi Schlappohr-Cookie, ich habe nun einmal ein wenig deine Gebrauchsanleitung gelesen. Vor dir scheint ja kein Fresschen sicher zu sein :-)
    Ist das unter K wie KISSEN deine Chefin? Uiuiuiuiui .... . Fesch. Ich habe mir deine Chefin ein wenig älter vorgestellt, so in etwa im typischen Mami-Alter. Das könnte ja mein Schwesterchen sein ;-)

    (Ein Hundeschulenbesuch mit dir muss sehr vergnüglich sein. Stellst du dich sooo tollpatschig an?).

    Sonnige Grüße vom Krümelchen

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  2. K wie Kissen ist total inkognito, Krümel. So wie meine Chefin. Die war nach der Hundeschule in der Regel recht unglücklich, aber ich habe sie wieder aufgemuntert.

    Ich bin kein bisschen tollpatschig. Ich interpretiere Hundeschulkommandos nur ein bisschen, tja, beaglig vermutlich. Und die Hundetrainerinnen rollen dann immer so mit den Augen und behaupten, dass wäre alles nur die Schuld meiner Chefin. Meine kann es jedenfalls nicht sein...

    Grüßli vom Cookie

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