Samstag, 24. August 2013

Spaziergang im Schwarzwald: Altes Schloss und Battertfelsen

August 2013. Wir können gerade nicht in die Schweiz. Und ab mittags soll der Regen einsetzen. Aber ich will in den Wald, und meine Chefs sagen: "Wer rastet, der rostet."

Altes Schloss, Baden-Baden
Also düsen wir mal schnell nach Baden-Baden, fahren hoch zum Alten Schloss und drehen eine Runde um die Battertfelsen.

Am Alten Schloss könnte ich Schlosshund spielen, und meine Chefs könnten Cappuccino schlürfen. Aber wir biegen noch vor den Toren ab und nehmen wie gewohnt den unteren Felsenweg, der erst einmal ganz gemächlich ansteigt.

Sämtliche Treppen wie die Einsiedlertreppe oder die Felsentreppe (wäre eine kleine Abkürzung) lassen wir schnöde links liegen.

Ist mir auch recht, denn so wird es ein netter Pfotentraberweg anstelle einer wilden Kletterpartie.


Felsentreppe, Battertfelsen



Obwohl - verlockend sieht es ja aus, oder?

Das finden nicht nur wir, sondern auch andere Leute. Die lassen hier überall ihre Ausrüstung liegen, was ich natürlich gleich mal überprüfen muss.

Es soll ja Beagles geben, die sich als Zoll- und Spürhunde verdient machen. Ich würde meine Wege lieber als Geruchsstraßen schildern, bloß wüsstet ihr Internetleser dann die Hälfte der Zeit nicht, wovon ich rede.
Beagle am Battert, Baden-Baden
Die Leute, die hier ihre Sachen parken, hängen dort oben in den Felsen. Die Battertfelsen sind nämlich ein beliebtes Kletterrevier, in dem sich Kletterer (so richtig mit Seil und Haken oder gar als Freikletterer), Wanderer, Spaziergänger, Hunde und total geschützte Kolkraben, Wanderfalken und Schlingnattern tummeln. Hier ist für alle Platz, so lange man die anderen nicht ärgert.

Klettern am Battert
Für alle Widrigkeiten gibt es mehrere Schutzhütten, und die Zivilisation ist erstaunlich nahe, auch wenn es einem hier ganz schnell nicht mehr so vorkommt.

Nein, ich beobachte gerade keine Kletterer, sondern zwei Eichhörnchen, die um einen Baumstamm toben. Ich würde ja gerne mitspielen, aber so senkrecht rauf und runter, das klappt einfach nicht.

Wie üblich lässt mich natürlich auch niemand von der Leine. Denn inzwischen sind wir schweißtreibend hochgestiegen und auf dem oberen Rand der Battertfelsen angelangt.

Und meine Chefin glaubt nach wie vor, dass ich gewisse Selbstmördertendenzen habe und mich frohgemut hinunterstürzen würde.

Immerhin seilen Menschen sich hier auch an. Na schön, dann ist das für Hunde vielleicht ebenfalls das Richtige.

Kletterseil am Battert
 Hauptsache, es geht endlich weiter.
Beagle am Battert
Wir sind auf dem Weg zur Felsenbrücke. Im Frühling ist sie manchmal abgeschlossen, damit die Kolkraben und Falken ihre Ruhe haben. Heute aber nicht.
Beagle an der Felsenbrücke, Baden-Baden
Ich will da nicht rüber. Ihr wisst doch, dass ich lieber selbst springe. Darf ich bitte unten rum gehen? Nein? Verflixt, die Schlucht ist meinen Chefs zu tief; sie verhandeln nicht.
Auf der anderen Seite erwartet uns ein merkwürdiger, abgestorbener Baum, um den viele Stofffetzen geknotet sind. Sieht ziemlich urig aus. Ein Baum der Wünsche?

Gut, dann wünsche ich mir gleich mal, dass der Sommer noch nicht zu Ende geht und wir noch viel draußen sein können.
Eiche am Schwarzwaldrand
Der Abstieg zum Alten Schloss ist verflixt steil, besonders wenn man wie wir ab der Aussichtsplattform den direkten Pfad bergab nimmt (der immerhin auch ausgeschildert ist, also kein reiner Trampelpfad).

Gutes Schuhwerk ist hier ratsam, bei Feuchtigkeit sollte man unbedingt auf dem Hauptweg bleiben.


Dafür lockt ein klasse Ausblick über Baden-Baden und das dahinter liegende Rheintal. Heute ist es allerdings diesig, weil von Westen her eine Regenfront anrückt (darum sind wir ja so rechtzeitig unterwegs und auch gar nicht weit gefahren).
Ruine Altes Schloss, Baden-Baden
 Von oben her traben wir nun durch das Alte Schloss und schauen uns dort auch gleich um.
Schlosshof, Altes Schloss, Baden-Baden
Im Schlosshof sind manchmal Veranstaltungen. Zu anderen Zeiten darf man aber in aller Ruhe jeden Winkel erforschen, was wir heute nutzen.

Wir finden sogar die Windharfe, angeblich die größte Europas. Im Restaurant kann man eine CD von ihrem Lied kaufen. Ich habe genau gelauscht und nix gehört.

Aber wir sind auch nicht geblieben, bis Wind und Wolken und Gewitter anrückten.

Bis wir wieder in den Jura kommen, zeigen wir noch ein paar Mal, wie und wo wir uns zwischen den großen Touren fit halten. Das geht rund um Karlsruhe nämlich ganz leicht.

Bis bald, euer Wanderbeagle samt Anhang!




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