Dienstag, 7. August 2012

Auf dem Drei-Tälerweg von Hornberg nach Schonach

Samstag, 21. Juli 2012. Tage lang haben meine Chefs das Wetter beobachtet und immer wieder am Weg gefeilt. Wie das geht? Mein Chef hat eine "Digitale Wander-, Rad- und Langlaufkarte" gekauft, mit der er am Computer unsere Touren austüftelt und vor allem die Höhenprofile vorher anschauen kann. Meine Chefin mault nämlich, wenn es ständig hoch und runter geht - einmal hoch und dann oben bleiben, das ist mehr nach ihrem Geschmack. Superpraktisch: Man kann den Kartenausschnitt drucken, auf dem man gerade wandern will, und braucht nicht immer die ganze große Wanderkarte.


Wir düsen mit der Schwarzwaldbahn nach Hornberg zurück, laufen mal schnell zum Schloss empor und wandern dann etwas gemächlicher auf dem Drei Tälerweg um drei Gipfel herum. So strecken wir die 600 Meter Anstieg auf volle 8 Kilometer.

Meine Chefs grummeln vor sich hin, weil es viel mehr regnet, als der Wetterbericht verraten wollte.

Mir kann das nicht die Laune verderben. Hätten sie gewusst, wie nass es hier ist, dann dürfte ich jetzt nicht durch die Blaubeeren tollen.

Wär's nicht so feucht, würden wir auch nicht so hinreißende Pilze finden. Da läuft sogar mir das Wasser im Mund zusammen. Gibt es Pilzomelette zum Mittagessen?

Nein, wir stapfen pilzlos durch den Regenwald. Die erste Möglichkeit zum Unterstellen und Trocknen ist die Offenbacher Hütte hinter den drei Bergen. Kurz davor hört der Regen auf.

So kommen wir frisch getrocknet in die "Schöne Aussicht", wo wir den nachfolgenden Gewitterguss bei einem guten Mittagessen locker überstehen.

Damit ist der Anstieg auch schon geschafft. Ab hier folgen wir einer Mischung aus Westweg und Europäischem Fernwanderweg, so dass unsere Pfade eher Wanderautobahnen gleichen. Der Weg geht immer neben der kaum befahrenen Straße entlang. Ringsherum läuten Kuhglocken, als hätten wir uns schon ins Allgäu verlaufen.


Am "Silberberg" steht ein einladendes Schild: Irenes Kuchen müsst ihr versuchen!

Irene bäckt zwar keine Hundekuchen, hat aber eine sonnige Terrasse mit phänomenaler Aussicht und kühle Getränke. Hat es heute geregnet?





Man merkt, dass wir unserem Ziel näher kommen. Gleich hinter der nächsten Kurve wartet schon die nächste Möglichkeit, sich zu stärken: Frische Milch direkt vom Bauern.

Allerdings mehr für Katzen als für Hunde. Seht ihr, wie die Mieze auf arglose Wanderer lauert? Ich habe sie ganz genau gesehen!

Das Kreuz am Haus fand meine Chefin ziemlich beeindruckend.

Und die Milch stammt von glücklichen Schwarzwaldkühen, für die einfach mal der Weg dicht gemacht wird. Das sind auch solche Läutekühe mit Glocke.

Wir steigen nicht nach Schonach und Triberg hinunter zum Bahnhof, sondern laufen noch das letzte Stückchen rüber zur Wilhelmshöhe, wo auf uns ein Zimmer wartet. Und mein Abendessen. Und Abendessen für die Chefs. Und ein tief dunkler Himmel, wie man ihn nur mitten im Schwarzwald oben in den Bergen findet. Gerade rechtzeitig vor dem nächsten Regenguss. Morgen geht es weiter!







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