Samstag, 4. Juni 2011

Auf Umwegen nach Bad Herrenalb

Freitag, 03.06.2011. Startpunkt S-Bahn-Haltestelle in Marxzell.

Wo ist die Alb? Ich habe gleich mal Durst! Und wir finden auch ganz schnell eine Quelle am Weg.

Anstatt heute nämlich schnurstracks weiter nach Süden zu marschieren (nur 8,5 Kilometer nach Bad Herrenalb), haben die Chefs etwas anderes im Sinn. Ab hier ist das Albtal nämlich ziemlich schmal, und der Albtalweg (Graf-Rhena-Weg), dem wir bisher gefolgt sind, teilt sich das Tal mit der Alb und der viel befahrenen L564. Deshalb traben wir ein Stückchen gemächlich bergauf und laufen auf halber Höhe mitten durch den Wald. Drei Stunden begegnen wir keinem Menschen! Und ruhig ist es auch. Kurz vor Bernbach kommen wir sogar durch einen kleinen Hohlweg - eine alte Römerstraße? Ein Wallfahrtsweg? Die alte Grenzlinie zwischen Württemberg und Baden? Meine Chefs rätseln herum, während ich viel lieber den dichten Wald rechts und links erkunden würde.

Bis Bernbach folgen wir der Ausschilderung zum Bernstein. In dieser Gegend hat man bereits das Gefühl, im Schwarzwald angekommen zu sein - mit Fichten, einem weiten Tal und einem sehr ländlichen Örtchen. Ländlich nett auch die Tränke in perfekter Beagletrinkhöhe. Hier könnte man nun über die keltische Kultstätte des Mauzensteins zum aussichtsreichen Bernsteinfelsen und dann nach Gaggenau hinüberlaufen, aber wir wandern stattdessen kurvenreich auf halber Höhe weiter nach Bad Herrenalb. Unterwegs entdecke ich meinen neuen Traumberuf: Ich werde Forsthund. Denn ich kann wunderbar den Wald aufräumen, ganz nebenbei. Jeden Ast, der auf dem Weg liegt, trage ich bis an einen geeigneten Ort und verbuddel ihn dort. Heute waren es mindestens 20 Stück.

Belohnt wird mein Fleiß direkt am Ortsrand von Bad Herrenalb von einer sehr netten Dame mit einer sehr netten FREI LAUFENDEN Beageline, die dank vieler Leckerlei sogar bei ihrer netten Dame bleibt.

Könnten wir das wohl auch mal einführen? Aber beim Essen muss ich wie üblich unter den Tisch. Nun ja, da kann man wenigstens ausruhen. Mit 16 Kilometern sind wir heute praktisch die doppelte Luftlinie gelaufen, aber wie sonst hätte ich meine wahre Bestimmung entdecken können?
Wollt ihr unsere Spur aufnehmen? Sie ist als Etappe 3 im "Blick aus Adleraugen" ausgelegt.

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